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Pressemitteilung vom 30.08.2022

Mit der Fatima-Madonna durch das Brandenburger Tor

Katholische Initiative organisiert Lichterprozession in Berlin

 

Berlin ist nicht gerade für religiöse Großereignisse bekannt. Doch jetzt könnte es, zumindest für einen Tag, zu einem Pilgerziel für gläubige Katholiken aus ganz Deutschland werden. „Sicher weit über tausend Teilnehmer” werden am 12. Oktober zu einer Lichterprozession erwartet, die singend, betend und mit Kerzen in den Händen eine Marienstatue aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima durch das Brandenburger Tor begleiten. Mit diesem symbolischen Akt wollen sie der Gottesmutter für den Mauerfall vor 33 Jahren danken – und um den Frieden in der Ukraine, in Deutschland und in ganz Europa bitten. Die Statue hatte Papst Paul VI. 1967 den Deutschen geschenkt; sie sollte seitdem als „Pilgermadonna” und Friedensbotin das Land durchreisen.

Veranstalter der Prozession sind der Krefelder Verein „Deutschland dankt Maria” und die Altöttinger Initiative „Deutschland betet Rosenkranz”, die seit einem Jahr an jedem Mittwoch an 800 Orten im ganzen Land Gebetstreffen veranstaltet. Sie geht zurück auf eine Initiative des katholischen Bestsellerautors und Historikers Dr. h.c. Michael Hesemann, der seit Jahren auf seinen Vorträgen für diese Idee wirbt.

Hesemann hat diverse Bücher über Marienerscheinungen und Papstbiografien verfasst. Wie Papst Johannes Paul II. glaubt er, dass nur durch ein Wunder der Fall der Mauer, das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung Deutschlands friedlich und ohne Widerstand möglich war. Der polnische Papst schrieb dieses Wunder der Gottesmutter zu, die (nach katholischer Überzeugung) 1917 im portugiesischen Fatima erschien. „Es war das Jahr der Oktoberrevolution”, erklärt Hesemann, „und damals sagte sie den Kindern: Russland wird auf der ganzen Welt seine Irrtümer verbreiten. Erst wenn der Papst es mir weiht, wird es sich bekehren und der Welt eine Zeit des Friedens geschenkt werden.” Als Johannes Paul am 13. Mai 1981, dem 64. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, das Attentat überlebte, sah er darin ein Zeichen des Himmels, dass er den Wunsch der Madonna erfüllen sollte. Er nahm die Weihe am 15. März 1984 vor – und tatsächlich kam ein Jahr später Michail Gorbatschow an die Macht, leitete die Perestroika ein und beendete 1988 die Verfolgung der Kirche in der Sowjetunion. Ein Jahr später fiel die Mauer, 1991 schließlich kollabierte auch die UdSSR. Es folgten 30 Jahre Frieden, bis zum russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022.

1996 kam Johannes Paul II. nach Berlin und hielt unter dem Brandenburger Tor seine historische Rede. Für ihn war dieses Tor das stärkste Symbol für die Freiheit der Menschen in einem vereinten, nicht mehr getrennten Europa. „Jetzt ist es an der Zeit, Fatima und Berlin zusammenzuführen und von hier aus für den Frieden in Europa zu beten”, meint Hesemann. Der Tag, der 12. Oktober, ist nicht zufällig gewählt. Es ist der 105. Jahrestag der letzten Erscheinung von Fatima, als 70.000 Zeugen ein bis heute unerklärliches Sonnenwunder sahen. Fast zeitgleich mit Berlin findet an diesem Abend auch in dem portugiesischen Wallfahrtsort eine Lichterprozession mit tausenden Teilnehmern statt. In Fatima weiß man von „Deutschland dankt Maria”, der Rektor des Heiligtums hat den Initiatoren ausdrücklich für dieses Projekt gedankt.

Der Vertreter des Papstes in Deutschland, der Apostolische Nuntius Erzbischof Nikolai Eterovic, hat sein Kommen zugesagt. Zudem werden Pilgergruppen aus den wichtigsten Wallfahrtsorten Deutschlands, aus Altötting und Wigratzbad, aus Heroldsbach und Heede, aus Sievernich und Kevelaer erwartet. Ausgangspunkt der Prozession ist die Kirche St. Clemens nahe dem ehemaligen Checkpoint Charlie, wo indische Vinzentinerpatres seit Jahren eine Stätte des ewigen Gebetes eingerichtet haben. Dort zelebriert Nuntius Eterovic um 17.00 Uhr ein Pontifikalamt (einen Gottesdienst), bevor die Prozession kurz nach 18.00 Uhr die Stresemannstraße entlang, vorbei am Holocaust-Mahnmal, zum Brandenburger Tor zieht. Von dort geht es weiter über die Straße des 17. Juni, vorbei am sowjetischen Siegesmal, wo die Weihe Russlands und der Ukraine an die Gottesmutter wiederholt wird, die Papst Franziskus am 25. März 2022 vornahm. Endpunkt ist die Siegessäule mit dem „Friedensengel”.

„Die Botschaft von Fatima lehrt, dass der Mensch Mitgestalter seiner Zukunft ist. Gottvergessenheit führt zu Krisen, Kriegen und Katastrophen, Gebet und Umkehr zum Frieden”, ist Hesemann überzeugt und zitiert auch hier Papst Johannes Paul II. „Es ist an der Zeit, ein Zeichen der Umkehr zu setzen, den Frieden, der jetzt plötzlich so bedroht erscheint, zu er-beten. Deutschland dankt Maria heißt auch: Deutschland braucht den Segen des Himmels, um die Herausforderungen unserer Zeit und der Zukunft zu meistern. Wer glaubt, der weiss, dass er nie allein ist, dass es eine höhere Macht gibt, an die wir uns mit unseren Nöten wenden können.”